Wie kaum eine andere aktive Athletin kennt Eva Walkner den Skizirkus von allen Seiten. Beim ÖSV kurvte sie viele Jahre lang als Slalomspezialistin auf so manchen Stockerlplatz und vertrat Österreich beim Weltcup. 2010 wechselte sie die Lager vom ÖSV in die Freestyledisziplin. In der Freeride World Tour errang Eva zwei Weltmeistertitel und wurde dreifache Vizeweltmeisterin. Im Interview erzählt uns die Zanier-Athletin vom Unterschied beider Skilager, dem Profisport allgemein und welche Erfolge für sie wirklich zählen.

Eva, du stehst quasi schon dein ganzes Leben lang auf Skiern, einen Großteil davon professionell. Wie verändert sich die Beziehung zum Sport, wenn er zum Beruf wird?

Ich schätze mich sehr glücklich, das Hobby zum Beruf machen zu dürfen. Allerdings ist es nicht immer so leicht, wie es nach außen scheint. Das Leben als Profi besteht viel aus Herumstehen und wenig aus Skifahren. Aber das ist jammern auf hohem Niveau. Ich bin sehr dankbar für die Situation.

Nach einer Verletzungspause hast du die präparierten Pisten der FIS gegen die Powderhänge der Freeride World Tour eingetauscht. Wie kam es dazu?

Ich bin damals verletzungsbedingt aus dem Kader geflogen. Davor war ich megamotiviert und hatte – mit zwei Podiumsplatzierungen im Europacup – sehr gute Resultate. Nach einem Kreuzbandriss war ich also am besten Weg wieder stark zurückzukommen. Dann kam eine erneute Verletzung und somit auch das Ende meiner Karriere. Das Leben als Profisportler kann richtig hart sein, da geht es um Leistung und um sonst nichts. 

Freeriden hat mir dann den Spaß am Sport zurückgebracht.

Deine stärksten Platzierungen bei FIS-Rennen sind dir im Slalom gelungen. Kommt dir das heute bei der Freeride World Tour zugute?

Eindeutig. Ich habe es bis in die Weltcupmannschaft geschafft und durfte mit großartigen Trainern wie Matthias Berthold zusammenarbeiten. Allein was die Skitechnik angeht, lernt man nirgendwo so viel, wie in dieser Schmiede. Ich merke das vor allem bei richtig schlechten bzw. schwierigen Bedingungen.

Im alpinen Skirenncup hast du einige Erfolge feiern dürfen. Im Freeriden konntest du diese als doppelte Weltmeisterin noch übertreffen. Was ist dein persönliches Highlight? 

Mein persönliches Highlight war heuer die Zeit beim Filmen zu unserem Projekt „Evolution of Dreams“. Ich hatte  eine unfassbar gute Zeit mit wahnsinnig tollen Menschen. Wenn ich heute so zurückdenke, liegen meine Highlights nicht unbedingt in den Resultaten, sondern viel mehr in einzelnen Run´s oder Linien, die ich gefahren bin – in Alaska, in Andermatt, oder auch die Befahrung des Eiger´s im Frühjahr. Ich würde keinen Contestsieg gegen den Gipfel des Eigers tauschen wollen.

Wie ist in der World Tour eigentlich das Verhältnis unter den Fahrern – Konkurrenz oder Zusammenhalt?

Prinzipiell sehr gut. Aber man merkt schon, dass wenn einige Fahrer in Stresssituationen kommen, sie auch sehr kompetitiv sein können. Ich würde mal behaupten, dass der Zusammenhalt größer ist als in vielen anderen Sportarten. Insgesamt geht es relaxter zu, was zum einen sehr schön ist. Andererseits kann es aber auch frustrieren, besonders wenn man von einer Olympischen Sportart mit einem Verband wie dem ÖSV kommt, wo wirklich alles hochprofessionell abläuft. Irgendwie wünsche ich mir manchmal diese Professionalität zurück, gerade wenn es ums Judging geht, dann bin ich aber wieder froh, dass alles so entspannt abläuft und eben nicht so strickt ist.

Wie bereitest du dich auf eine Saison vor?

Ich trainiere im Olympiazentrum Rif und versuche mein Training recht vielseitig zu gestalten. Für meine Technik ist Krafttraining sehr wichtig. Generell bin ich viel und gerne draußen in den Bergen zum Hiken, Klettern oder auch Biken. Mental mache ich derzeit nichts, weil ich hier nicht wirklich Probleme habe. Wenn es um Skifahren geht, habe ich ein recht gutes Selbstvertrauen (lacht).

Wie bereitest du dich auf ein spezielles Rennen vor – gehst du schon Tage davor in den „Tunnel“ oder lässt du alles einfach auf dich zukommen?

Ich bin vermutlich die akribischste Arbeiterin im ganzen Feld und schaue mir stundenlang den Hang an. Das hilft mir meistens eine ganz andere Linie zu finden als die anderen. Den Berg zu studieren und zu tüfteln, ist eine große Leidenschaft von mir. Ich habe mein Fernglas immer im Auto dabei und wenn ich dann mal über eine Passstraße fahre, bleibe ich nicht selten stehen, schaue mir die Hänge an und mache Fotos. Der Kopf war immer schon eine Stärke von mir.

Wie wählst du deine ideale Line am Austragungsort?

Ich versuche, anders zu denken und den Berg anders zu sehen. Ich suche mir zuerst die Hauptlinie – die, die mir als erstes auffällt, die offensichtlichste. Und genau die fahre ich dann nicht, weil ich weiß, dass sich hier vermutlich die meisten bewegen werden. Ich gehe dann komplett weg von dieser Linie und versuche etwas zu finden, was man erst auf den 10 Blick sieht. Klar, das geht manchmal besser und manchmal schlechter auf. Aber diese Taktik hat mir über die letzten 5 Jahre eine Podiumsrate von 80% gebracht. Also gar nicht mal so schlecht (lacht).

Als Profi hast du hohe Anforderungen ans Material. Welche Rolle spielt für dich die Qualität des Equipments?

Eine extrem große! Das betrifft sowohl Bootfitting und die richtige Skilänge, ebenso wie das gesamte Equipment. Die Marke muss zu mir passen. Wichtig ist mir, dass das Material funktioniert! Bei Handschuhen will ich mir keine Gedanken darüber machen müssen, ob ich kalte Finger oder nasse Hände bekomme und einen schlechten Grip habe. Deshalb arbeite ich auch nur mit Partnern zusammen, von deren Produkten ich 100%ig überzeugt bin.

Du musst niemandem mehr etwas beweisen. Was sind deine Ziele für die Freeride World Tour 2019?
Ich stecke mir heute andere Ziele als früher. Ich merke wie Menschen und Medien Geschichten hören wollen, inspiriert werden, und uns auf unseren Abenteuern folgen. Eine Geschichte kann ich nicht erzählen, wenn ich irgendwo auf dem Podium stehe, aber sehr wohl, wenn ich am Gipfel des Eigers stehe oder im Iran Skifahren war. Und das will ich in Zukunft noch mehr verfolgen. Das ist sowohl für mich als auch für meine Sponsoren und die Medien spannender und produktiver. Ein paar Podiumsplätze mehr oder weniger werden nichts verändern, aber ein paar spezielle Gipfel und gute Projekte schon (lacht).

Danke für das Interview und viel Erfolg und Erfüllung für 2019!

REVOLUTION.XZX  – der Handschuh der Freeride-Doppelweltmeisterin

Weltmeisterliche Qualität aus dem Hause Zanier. Eva Walkner vertraut auf den REVOLUTION.XZX. Ein langlebiger Begleiter, der alle Faces meistert. Perfekt für Freerider, Freestyler und Snowboarder. Für die ideale Passform sorgt das 4-Wege-Stretch Material. Wasser und Kälte bleiben dank ZA TEX-Membran und PrimaLoft®-Isolierung draußen. Die Z-Grip Technologie garantiert auch im Steilhang perfekte Haptik.