Die Sportwelt trauert um Ausnahme-Alpinisten: David Lama, Hansjörg Auer und ihr US-Kollege Jess Roskelley kamen bei einem Lawinenunglück am Howse Peak in den kanadischen Rocky Mountains ums Leben. Nicht nur Alpin-Legende Peter Habeler war überzeugt: „Das waren die Besten der Besten. Überflieger im positiven Sinn.“ Auch wir nehmen betroffen Abschied von zwei österreichischen Spitzen-Bergsteigern.

David Lama galt als Ausnahmetalent, dem scheinbar kein Felsen zu steil, kein Weg zu weit, kein Gipfel zu hoch war. Dabei galten beide – David Lama und Hansjörg Auer – als besonnene Bergsteiger, die sich akribisch auf ihre Touren vorbereiteten und das Risiko stets minimierten. Leider wurde ihnen ihre Begeisterung zum Verhängnis: Am 16. April 2019 wurden die Profisportler in den kanadischen Rocky Mountains von einer Lawine erfasst und verschüttet. Ihre Leichen konnten erst am 22. April geborgen werden. Den Behörden zufolge wollten sie auf den Berg namens Howse Peak aufsteigen, ein 3295 Meter hohes Massiv. Besonders heikel ist der Aufstieg über die Ostseite, die als sehr schwierig und herausfordernd gilt. Über genau diese Route wollten die drei Bergerfahrenen gehen. Auf der Internetseite David Lamas äußerten sich mittlerweile dessen Eltern zum tragischen Unglück:

„David lebte für die Berge und seine Leidenschaft für das Klettern und Bergsteigen hat uns als Familie geprägt und begleitet. Er folgte stets seinem Weg und lebte seinen Traum. Das nun Geschehene werden wir als Teil davon akzeptieren. Wir bedanken uns für die zahlreichen positiven Worte und Gedanken von nah und fern, und bitten um Verständnis, dass es keine weitere Stellungnahme von uns geben wird. Vielmehr bitten wir David mit seiner Lebensfreude, seiner Tatkräftigkeit und mit Blick Richtung seiner geliebten Berge in Erinnerung zu behalten.

Die Familien von Hansjörg und Jess schließen wir in unsere Gedanken ein. 
Claudia & Rinzi Lama“

Kletterer David gegen Berg Goliath

David Lama lebte zuletzt in Götzens bei Innsbruck in Tirol. Sein Vater kommt aus Nepal, seine Mutter aus Innsbruck. Der Sportler kletterte, seit er fünf Jahre alt war. Peter Habeler, der bekannte Bergprofi, brachte ihm die Sportart näher und erkannte schnell sein Talent.  Schon mit zehn Jahren schaffte der Junge eine 8a-Route in Slowenien – und galt damals als jüngster Kletterer, der diesen Schwierigkeitsgrad schaffte. Er gewann in jungen Jahren zahlreiche Jugendeuropacups und Jugendweltmeisterschaften und schaffte es als jüngster Weltcupsieger zu brillieren. Mit seinen nur 28 Jahren hat David Lama mehrere Meilensteine des Alpinismus gesetzt: Besonders bekannt ist seine Erstbesteigung des Cerro Torre im Jahr 2012 über die Kompressor-Route, die er als Erster im freien Stil schaffte. Erst 2018 hatte er sich mit der Erstbesteigung des Lunag Ri zwischen Nepal und Tibet in die Annalen der Bergsteigergeschichte eingeschrieben.

Danke, David!

David Lama, du bist und bleibst allzeit Inspirator und stiller Wegbegleiter. Wir tragen dich tief in unseren Herzen weiterhin auf die Gipfel dieser Erde. Wir durften dir zuschauen, dich bestaunen, dich anfeuern, mit dir mitfiebern. Danke für zahlreiche Glücksgefühle, danke für unvergessliche Zittermomente, danke für deine Weltklassepartien!

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